Apisticus-Tag 2017 (Münster)

Jedes Jahr lädt der Apisticus-Tag ImkerInnen und Bienenfreunde für zwei Tage nach Münster ein. Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren sehr "gemausert" und bietet mit Vorträgen und einer sehr umfangreichen Verkaufsausstellung allerlei Spannendes zum Gucken, Anfassen und Kaufen. Außerdem wird der "Apisticus des Jahres" an Menschen vergeben, die sich um die Bienen oder die Imkerei verdient gemacht haben. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Dr. Jens Pistorius.

In den Vorträgen ging es um Vespa velutina, die Asiatische Hornisse, und ihr Auftreten in Ligurien sowie um neueste Entwicklungen in der Wachs-Panscherei und den Weg von Verunreinigungen im Wachs.


Der Vortrag zur Asiatischen Hornisse war interessant da dort Filmaufnahmnen aus Ligurien gezeigt wurden, wo die Bienenvölker nicht mehr ausflogen aufgrund der Belagerung der Hornissen. Imker würden aus den Bereichen abwandern zumal die Feuerwehr zunehmend Assistenz bei der Bekämpfung verweigere.

Da sie in der tropischen Heimat in Höhen bis 6000 m vorkommen, ist Kälte an sich kein Problem für die Art. Das Einschleppen nach Südfrankreich soll über Holz- oder Keramiklieferungen erfolgt sein, da die Königinnen gerne in Holzwolle versteckt ruhen.

Allerdings standen manche Aussagen im Widerspruch zu bisher bekannten Informationen - so gibt Witt in seiner Publikation 2009 eine Volksgöße bis maximal 10.000 Tiere an während Herr Platzer 14-21.000 Tiere benannte. Zudem seien die Nester unter 4 m Abstand angriffsfreudig - dazu liegt ein Stichbericht aus Karlsruhe vor nach dem es erst durch unbedachtes Hochheben des Nestquartiers zu Stichen kam. Zudem wurde behauptet, die velutina würde als "invasive Art" die heimischen Hornissen bedrohen dabei kommt unsere Hornisse in Gebieten Koreas neben der velutina vor. Insgesamt kann bezweifelt werden, dass die dramatischen Schilderungen aus dem warmen Mittelmeergebiet überhaupt übertragbar sein werden.

Akutell wird damit experimentiert, die Nester der Asiatischen Hornisse mit Drohnen zu finden und über ein Insektizid gezielt abzutöten.


Der Vortrag von Dr. Scholz (Fa Ceralyse) ähnelte dem aus Celle; allerdings war interessant zu hören, dass aktuell afrikanisches Wachs auftauche, das mit euopäischem, paraffin-gestrecktem gemischt werde. Zudem hätten sich immer wieder Imker gemeldet, die "gutes" da "100%iges Bienenwachs" von ALDI kaufen würden (Bastelset zum Rollen von Kerzen). Er wies noch mal darauf hin, dass "100% Bienenwachs" lt. Kerzenstandard noch rund 4% Paraffin enthalten könne und das auch ziemlich sicher tue.

Auch er unterstützt die Forderung nach einem eigenen Standard; betont aber auch, dass der gut gemacht werden müsse denn gute Panscher könnten mit Geschick selbst pharmazeutisches Bienenwachs nach dessen Standard passende perfekt mischen.


Fazit: Wieder mal die Reise wert gewesen, der Besuch in Münster! Dr. Werner Mühlen verabschiedet sich damit auch in den Ruhestand und hinterläßt seinem Nachfolger (oder seiner Nachfolgerin?) große Fussstapfen...über 30 Bewerbungen sind wohl schon zu sichten...