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Martin Kraft
12.11.1911 – 27.1.2017

Martin Kraft - Bild: Silke Beckendorf (Deutsches Bienenjournal)Am 27.1.2017 starb unser Mitglied Martin Kraft.

Er war am 12.11.1911 in eine Zeit voller Krisen hineingeboren, er gehörte zu einer Generation, die durch zwei Kriege, viele harte Entbehrungen, Gefangenschaft und Nachkriegszeit sehr dezimiert war, und er hat doch 105 Jahre erlebt!

Das Deutsche Bienenjournal hat ihm in Ausgabe 12 / 2016, Seite 62, bereits ein schönes ausführliches Porträt gewidmet, auf das wir ausdrücklich hinweisen („Martin Kraft feiert seinen 105. Geburtstag“ von Silke Beckendorff) und das kaum Ergänzungen nötig macht.

Fassen wir kurz zusammen: Auf einem Bauernhof lernte er die Imkerei kennen und kam nicht mehr davon los, wenn auch zunächst nur als Leser einer Imkerzeitschrift. Nach Kriegsjahren in Frankreich und Gefangenlager in England wurde er Religionslehrer, zunächst in Ostberlin, nach dem Mauerbau 1961 im Westteil der Stadt.

Eigene Bienen schaffte er sich erst kurz vor dem Rentenbeginn an und trat am 1.1.1972 in unseren Verein ein. Er war lange aktives Imkermitglied bei uns, so dass er zum 30.12.2013 zu unserem Ehrenmitglied ernannt wurde.

Martin Kraft war seinen Bienen sehr verbunden. So liebte er es im Sommer, seine Mittagsruhe im Liegestuhl vor den Beuten zu verbringen, und er war überzeugt, dass Bienenprodukte die Gesundheit stärken.

Es muss ihm schwer gefallen sein, vor fünf Jahren aus Altersgründen auf die Imkerei zu verzichten. Aber auch weiterhin nahm er jeden Abend ein Zuckerstück voll Propolis zu sich. Ob er deswegen das hohe Alter erreicht hat?

Tatsächlich war er in seinem Leben nur 5 Tage lang bettlägerig. Es waren seine letzten Tage.

Wir stehen staunend vor diesem aktiven Imkerleben. Martin Kraft kann uns ein Vorbild sein.

G. Winkler


Herbert Klotz
6.10.1932 – 6.8.2015

Bereits der junge Herbert Klotz begeisterte sich für die Imkerei und begann mit 16 Jahren, selbst Bienen zu halten. Schon 1949 trat er unserem Imkerverein bei und war ihm stets ein treues Mitglied und für uns ein zuverlässiger und hilfsbereiter Imkerkollege, auf dessen Rat wir bauen konnten.

Gern nahm er an Fahrten des Berliner Imkerverbandes teil und ist aus dieser Zeit vielen Berliner Imkerfreunden bekannt.

Am 12.3.1962 erhielt er die Ehrennadel in Gold des Deutschen Imkerbundes und am 6.6.1999 ernannte der Imkerverein Reinickendorf ihn zu seinem Ehrenmitglied.

Vor einigen Jahren wurden Faulbrutsporen in seinen Völkern gefunden und er musste sie vernichten. Damals unterbrach er seinen Urlaub, um die Bienen zu seinem großen Leidwesen abzuschwefeln. Der Imkerverein hat sehr bedauert, dass Herbert Klotz anschließend die praktische Imkerei aufgegeben hat; dem Verein blieb er jedoch noch viele Jahre treu.

G. Winkler


Martin Pfannenschmidt
04.10.1927 - 09.09.2014

Mit der Imkerei begann unser Vereinskamerad Martin Pfannenschmidt schon 2 Jahre vor seinem Ruhestand als Zahnarzt, um als Rentner eine weitere sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu haben. Unserem Verein gehörte er 27 Jahre an. Den Honig seiner 10 Völker hat er nie verkauft, sondern immer an seine große Familie,an Nachbarn und Freunde verschenkt.

Trotz seiner schweren Krankheit hat er sich quasi bis zum letzten Tag um seine Bienen gekümmert, sie noch eingefüttert und gegen die Milbe behandelt. Am 09.09.2014 verstarb Martin Pfannenschmidt. Er hinterläßt seine Ehefrau mit der er 61 Jahre verheiratet war, seine drei Kinder, sowie acht Enkel und fünf Urenkel. Die Imkerei unseres Vereinskameraden wird wohl von einem seiner Nachfahren weitergeführt.

Martin Pfannenschmidt war ein Menschfreund und es sind oft die Stillen, deren Fehlen besonders auffällt. Er wird uns als stets freundlicher, hilfsbereiter Imkerkollege in guter Erinnerung bleiben.

H. Pipper